Mit 10 Teilnehmern trafen wir gegen 11.00 Uhr an der Gedenkstätte in der Lindenstraße 54/55 ein. Wir wollten uns mit dem Thema „Karl Bonhoeffer und das Erbgesundheitsgericht“ beschäftigen, da dieses Jahr sein 150. Geburtstag war.

 

Bonhoeffers Büste auf dem ehemaligen Klinikgelände ist 1957 von Bezirksbürgermeister Dr. Gutsche eingeweiht worden. Mitglieder der Familie Bonhoeffer zählten zu den Ehrengästen.

 

Warum die Klinik bald 10 Jahre nach dem Tode Bonhoeffers nach ihm, der dort erst in den Nachkriegsjahren kurz gearbeitet hatte, umbenannt wurde, ist für den Freundeskreis eine interessante Frage.

 

Wir werden ihr nachgehen.

 

Thema des Tages im historischen Gerichtssaal der Gedenkstätte Lindenstrasse war Bonhoeffers Rolle in der NS-Zeit.

 

Wir erfuhren: Er untersuchte seine Patienten gründlich und ging bedächtig mit den neu entstandenen Rassegesetzen um, verhinderte aber auch nicht ihre Verbreitung. Die Charite´musste die neuen Gesetze umsetzen. Bonhoeffers „Klinischen Vorträge im erbbiologischen Kurs“ erfüllten die Vorstellungen der Nazis in keiner Weise und wurden abgesetzt. Die "Euthanasie" lehnte er entschieden ab, hat aber auch kein offenes Wort dagegen ausgesprochen, wie zum Beispiel Bischof von Gahlen oder Pfarrer Braune/Lobetal.

 

Diesen hatte er jedoch bei seiner Denkschrift gegen die Patientenmorde beraten.

 

 

 

Der Freundeskreis hörte von den neuesten Plänen des Bezirksamt Reinickendorf zur Bebauung des Geländes. Eine Bürger-Anfrage aus unserem Kreis wurde besprochen. Das nächste Vorhaben des Freundeskreises wird die Anfertigung eines Entwurfs für einen Gedenkort sein.

 

Zwar soll der Friedhof von Wohnungsbau ausgenommen sein, aber dazu gibt es keine schriftliche Zusage oder Hinweise im Bebauungsplan. Da in etwa 3 Jahren die Baumaßnahmen für Wohnungen auf dem ehemaligen KaBoN-Gelände beginnen, wollen wir bereits ein fertiges Konzept für den ehemaligen Friedhof, also den Gedenkort, vorlegen können.